Das Hobby "Amateurfunk":

was ist das, was bietet es?

 

Allein in Deutschland gibt es etwa 80.000 Menschen, denen von der Fernmeldebehörde die Genehmigung erteilt worden ist, eine Amateurfunkstelle zu errichten und zu betreiben. Diese Funkamateure haben das Recht, Funkgeräte zu kaufen, zu verändern und auch selbst Funkgeräte aufzubauen. Sie sind selbst für die Einhaltung der technischen Vorschriften der von ihnen benutzten Geräte verantwortlich und können weltweit miteinander kommunizieren.

Alle diese Möglichkeiten eröffnen sich nur dem, der eine hoheitliche Prüfung bestanden hat, die Amateurfunk-Lizenzprüfung. Dadurch soll sichergestellt werden, daß nur derjenige auch Funkamateur wird, der ausreichendes technisches Wissen besitzt und mit den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften vertraut ist. Solche Prüfungen werden in Deutschland regelmäßig von der "Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation" abgehalten und gliedern sich in folgende Teile:

·     Technische Kenntnisse

·     Funkbetriebliche Kenntnisse

·     Gesetzliche Grundlagen

·     Hören und Geben von Morsezeichen

Die Genehmigung kann in drei verschiedenen Klassen erteilt werden, wobei die Prüfungsanforderungen und die durch die Lizenz erworbenen Privilegien sich voneinander unterscheiden. Bei den Genehmigungsklassen 2 und 3 entfällt der Prüfungsteil "Hören und Geben von Morsezeichen" ganz.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich auf die Amateurfunk-Lizenzprüfung vorzubereiten: von der Behörde wird ein Fragenkatalog herausgegeben, der alle möglichen Prüfungsaufgaben enthält. Auch gibt es viel Fachliteratur zu den Themen. Viele Volkshochschulen bieten Lizenzkurse an, ebenso machen die Ortsverbände der Amateurfunkvereine entsprechende Angebote.

Wer sich nun einmal die Arbeit gemacht hat, die Amateurfunk-Lizenz zu erwerben, der erhält von der Behörde ein Rufzeichen, das weltweit einmalig ist und seine Funkstelle eindeutig identifiziert. Ihm stehen nun eine Vielzahl von Frequenzbereichen zwischen 1,8 MHz und 250 GHz offen, die jeweils ganz unterschiedliche Möglichkeiten bieten:

Die niederfrequenten Kurzwellenbänder bieten oft weltweite Kommunikations-möglichkeiten. Hier kann der Funkamateur bei Ausnutzung guter Funkbedingungen Kontakte mit anderen Amateuren auf allen Kontinenten knüpfen. Dafür sind durchaus keine "Monster"-Antennen oder gigantische Leistungen erforderlich: ein Draht von vielleicht 20m Länge und eine Leistung, die der einer normalen Glühbirne entspricht, reichen in vielen Fällen aus. Eine große Anzahl dieser Verbindungen wird mittels Sprechfunk durchgeführt, aber auch die Morsetelegraphie, die oft bei einer schlechten Verbindung noch besser verstanden wird als das gesprochene Wort, pflegen viele Funkamateure. Die Verbreitung der Computer in den Haushalten hat dazu geführt, daß auch digitale Betriebsarten entwickelt wurden, die es ermöglichen, Daten welcher Art auch immer weltweit miteinander auszutauschen.

Auf den höherfrequenten Ultrakurzwellenbändern sind die Reichweiten deutlich geringer, dafür lassen sich einige hundert Kilometer deutlich störungsfreier überbrücken als auf der Kurzwelle. Auch steht den Funkamateuren hier eine wesentlich größere Bandbreite zur Verfügung. Diese Frequenzen werden für Sprechfunk im Nahbereich eingesetzt, aber auch weltweite Verbindungen sind inzwischen durch eigens von den Funkamateuren konstruierte Satelliten möglich. Ganz besonders ist hier auch der Einzug des Computers in die Funkzimmer unüberhörbar: die Betriebsart Packet Radio ermöglicht es, Daten mit hohen Übertragungsraten auszutauschen. In den letzten Jahren haben Funkamateure, 2eine Infrastruktur von digitalen Umsetzern  und "Briefkästen" (Mailboxen) geschaffen, die es nun auch ermöglichen, rund um den Globus mit sehr geringem Aufwand seine Funkpartner digital zu erreichen.

Bei all diesen Privilegien gibt es aber auch gewisse gesetzliche Einschränkungen, auf die der Gesetzgeber großen Wert legt und die von den Funkamateuren strikt eingehalten werden:  Der Amateurfunk soll der persönlichen Weiterbildung technisch Interessierter dienen, er soll Experimente ermöglichen und dazu dienen, weltweite Kontakte durchzuführen - keinesfalls soll er aber öffentlichen Telekommunikationsnetzen wie etwa dem Telefonnetz Konkurrenz machen. Daher sind die zu übermittelnden Nachrichteninhalte generell auf Amateurfunk-relevante Themen sowie "Mitteilungen geringer Wichtigkeit" zu beschränken. Diese Definition läßt sicher einigen Spielraum zu, die Nutzung dieses Hobbys zu wirtschaftlichen und politischen Zwecken ist aber strikt ausgeschlossen.

Sollten Sie weitere Informationen über den Amateurfunk wünschen, so können Sie sich gerne an uns wenden. Kontakte zu Funkamateuren in Ihrer Nähe vermittelt Ihnen auch der "Deutsche Amateur-Radio-Club e.V.", Bundesverband für Amateurfunk in Deutschland, Postfach 1155, D-34216 Baunatal, Tel. (05 61) 94 98 80, Fax (05 61) 9 49 88 50. Felix J. Riess, DL5XL